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Jahnsportpark für Alle - Großes Stadion im Inklusionssportpark, Berlin Pankow

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Luftbild des Wettbewerbsgebiets, Quelle: Geoportal Berlin Luftbild des Wettbewerbsgebiets, Quelle: Geoportal Berlin

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bauen und Wohnen, Berlin

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bauen und Wohnen, Berlin
Offener zweiphasiger hochbaulicher und städtebaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

Teilnahmeberechtigt

Architekt:innen und Landschaftsarchitekt:innen

Zulassungsbereich

EWR

Frist

2022-07-01 16:00:00

Wettbewerbsaufgabe

Anlass und Ziel
Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (im Folgenden Jahnsportpark genannt) liegt im Süden des Bezirks Pankow östlich des Mauerparks. Kernstück der Sportanlage ist das kombinierte Fußball- und Leichtathletik-Stadion. Mit einer Kapazität von 20.000 Besucher:innenplätzen ist das Große Stadion im Jahnsportpark die drittgrößte Einzelsportstätte Berlins und von nationaler und internationaler Bedeutung. An diesem Standort ist der Jahnsportpark mit seiner Architektur und den besonderen topographischen Gegebenheiten identitätsstiftend.
Der Jahnsportpark und das Große Stadion bieten zahlreichen Sportvereinen und -verbänden, Schulen und Hochschulen sowie weiteren Sportinteressierten Raum für den sportlichen Lehr-, Übungs- und Wettkampfbetrieb. Darüber hinaus gehen dort viele Freizeitsportler:innen aus der Nachbarschaft vielfältigen sportlichen Aktivitäten nach. Zudem ist die Sportanlage zentraler Standort des Inklusionssports. Ebenso übernimmt der Jahnsportpark als Freiraum mit dem unmittelbar benachbarten Mauerpark eine wichtige Funktion für Freizeit und Erholung sowie Klima und Ökologie.
Bereits heute verzeichnet die Sportstätte eine weit überdurchschnittliche Auslastung durch vielfältige sportliche Nutzungen wie Fußball, Leichtathletik, Tennis, Basketball und Beachvolleyball sowie kulturelle Nutzungen gegenüber anderen Berliner Sportanlagen. Gleichwohl weisen der Jahnsportpark und insbesondere das Stadion erhebliche funktionale Schwächen auf, vor allem hinsichtlich der räumlichen Angebote für den inklusiven Sport. Im Großen Stadion bestehen zudem zahlreiche sicherheitsrelevante bauliche Mängel, aufgrund derer das gesamte Stadion zum 1. Januar 2021 für den Betrieb vorübergehend geschlossen wurde. Seit Juli 2021 erfolgt wieder ein eingeschränkter Betrieb mit maximal 10.400 Zuschauer:innen.
Mit umfassenden Bau- und Sanierungsmaßnahmen soll der Jahnsportpark zu einem herausragenden und wegweisenden inklusiven Sportpark und Stützpunkt für den Behindertensport weiterentwickelt und um zahlreiche neue Sportanlagen für Schul- und Vereinssport sowie vereinsungebundenen Sport der Bürger:innen ergänzt werden. Der inklusive Sportpark soll Raum für Begegnung zwischen Zuschauer:innen, Sportler:innen, Freizeitsportler:innen und der Nachbarschaft bieten und ein Ort des Sporttreibens und des Sporterlebens sein.
In einem mehrjährigen Prozess wurden seit 2014 unter breiter Beteiligung der Fachverwaltungen, Verbände, Vereine und der Stadtgesellschaft die Entwicklungsmöglichkeiten für den Jahnsportpark und das Große Stadion untersucht und abgestimmt. Insbesondere wurden die Möglichkeiten des Erhalts und Umbaus des Großen Stadions geprüft.
Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass sich die inklusiven sportfachlichen Bedarfe durch einen Umbau des Bestandes nur unzureichend umsetzen lassen. Ziel ist es daher, das bestehende Stadion zurückzubauen und durch einen Neubau am gleichen Standort zu ersetzen. Hierbei sollen Nachhaltigkeit und Verwendung vorhandener Bausubstanz eine große Rolle spielen. Die identitätsstiftenden Wälle, aufgeschüttet aus dem Trümmerschutt der zerstörten Stadt nach dem II. Weltkrieg, müssen erhalten bleiben. In seinem Perimeter soll das neue Stadion sinnvoll in die Wallanlage eingepasst werden. Ein deutlicher Wunsch besteht darin, dass prägende Bauteile oder Bauelemente des Bestandes erhalten und integriert werden.
Klima- und Naturschutz sind zentrale Entwurfsthemen, die bei der neuen Konzeption für den Standort eine besondere Rolle spielen. Dazu gehören Klimaneutralität und Biodiversität. Weiterhin soll eine zeitgemäße Mobilität den neuen Standort prägen.
Aufgrund der herausragenden Bedeutung des Jahnsportparks erfordert die Entwicklung der Sportanlage eine Gesamtkonzeption, bei der insbesondere die Entwicklung des Standortes im Hinblick auf die sportfachlichen Interessen der Gesamtstadt zu berücksichtigen sind. Deshalb wird der Wettbewerb als ein Realisierungswettbewerb mit zwei Auftragsgegenständen durchgeführt. Das Wettbewerbsgebiet gliedert sich demnach in einen Realisierungsteil mit zwei Teilbereichen und einen Ideenteil. Teilbereich 1 des Realisierungsteils umfasst das Große Stadion mit dem direkten, für die Andienung und Erschließung des Stadions erforderlichen freiräumlichen Umfeld. Hierfür ist im Wettbewerb eine hochbauliche und freiraumplanerische Konzeption zu erarbeiten. Für den Teilbereich 1 ist eine unmittelbar folgende Realisierungsabsicht geplant. Teilbereich 2 umfasst den östlich angrenzenden Sportpark, für den im Wettbewerb ein städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept zu erarbeiten ist. Das Areal soll neu geordnet und baulich entwickelt werden, in diesem Zug sind auch städtebauliche Defizite zu beseitigen. Das städtebauliche Konzept soll Grundlage für die anschließende Aufstellung des Bebauungsplans sein. Der Ideenteil bezieht sich auf den öffentlichen Straßenraum vor dem Haupteingang an der Topsstraße und den öffentlichen Parkplatz an der Eberswalder Straße, um die Eingangssituation zum Stadion und Sportplatz aufzuwerten.
Die Gesamtmaßnahme gliedert sich in drei Bauabschnitte. Der 1. und 2. Bauabschnitt umfassen notwendige Abrissarbeiten und die Errichtung des Stadionneubaus mit seinem direkten Umfeld. Der 3. Bauabschnitt beinhaltet die sukzessive Neuordnung des Sportparks. Es ist geplant, den ersten und den zweiten Bauabschnitt ab 2024/25 zu beginnen. Da das Große Stadion ein unverzichtbarer Bestandteil der Berliner Sportlandschaft ist, müssen die Baumaßnahmen für das Ersatzstadion aller Voraussicht nach unter laufendem Betrieb stattfinden. Die Baumaßnahme soll 2026/27 abgeschlossen sein. Der 3. Bauabschnitt, die Weiterentwicklung des Sportparks, soll ab 2026 umgesetzt werden.
Für den Stadionneubau sind mit Stand 2019 im Bedarfsprogramm aus dem Berliner Landeshaushalt 97 Mio. € (brutto) vorgesehen.

Infos

Art des Verfahrens
Der Wettbewerb wird als interdisziplinärer offener Planungswettbewerb nach §§ 78-80 Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VgV) im zweiphasigen Verfahren gemäß § 3 Abs. 2 der Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013) für Teams aus Architekt:innen und Landschaftsarchitekt:innen durchgeführt. Die Fachdisziplinen Tragwerksplanung und Technische Gebäudeausrüstung sind in der 2. Phase zwingend einzubinden. Eine Zusammenarbeit mit Stadtplaner:innen wird empfohlen.
Ein unabhängiges Preisgericht wählt unter allen Teilnehmer:innen der 1. Phase nach Bewertung der Arbeiten die Teams für die 2. Phase aus. Für die 2. Phase des Wettbewerbs wird eine Teilnehmerzahl von bis zu 25 angestrebt. Das gesamte Wettbewerbsverfahren ist bis zum Abschluss anonym.

In das Wettbewerbsverfahren wird die Öffentlichkeit eingebunden (siehe Kapitel 1.8 Bürger:innenbeteiligung).

Wettbewerbsteilnehmer:innen
Architekt:in und Landschaftsarchitekt:in geforderte Berufsqualifikation gem. §75 (1) und (3) VgV i. d. akt. Fassung. Ist in dem Herkunftsland die Berufsbezeichnung nicht geregelt, ist die Qualifikation über ein Diplom, Prüfzeugnis o. sonst. anerkannten Befähigungsnachweis gem. Richtlinie (RL) 2013/55/EU nachzuweisen.

 

Teilnahme zum Wettbewerb
Bitte beachten Sie, dass Ihre Abgabe zum Wettbewerb erst vollständig abgegeben wurde, nach dem Sie die Daten “abgeschickt“ haben und eine Bestätigungs-Email dazu bekommen haben.

Hinweis
Sollten Sie bereits Zugangsdaten über “Mein Konto“ bei wettbewerbe aktuell haben, können Sie sich mit diesen beim Onlineverfahren einloggen und danach die Eingabemaske bis zum Ende der Bewerbungsfrist ausfüllen. Sollten Sie noch keinen Account bei wettbewerbe aktuell haben, erstellen Sie sich über “Mein Konto“ einen kostenlosen Basis-Account. Nach erstellen des neuen Accounts bekommen Sie eine email zur Bestätigung der Registrierung. Diese müssen Sie zwingend bestätigen, erst danach können Sie sich für das Onlineverahren registrieren und teilnehmen.

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